Juni 27, 2026
Mallorca Erleben - mit dem Roten Blitz nach Soller ins Orangental - Ausflugstipps von und mit Joe & Vinosenz
Wenn Gäste mit mir auf Bodega Tour unterwegs sind, fragen sie mich oft, was man noch so gesehen haben sollte auf Mallorca und erwarten den ultimativen Super Insider Geheimtipp von mir... aber wenn ich den jetzt hier verrate, ist es ja keiner mehr!
Auch wenn Ihr vor allem in den Sommermonaten ganz sicher nicht die einzigen sein werdet, die sich dieses Ausflugsziel ausgesucht haben, empfehle ich immer wieder gern eine Tour ins Orangental, geschützt hinter den Tramuntana Bergen im Nordwesten der Insel liegt eine Stadt, die mit ihrer besonderen Atmosphäre, ihrer Geschichte und ihrer beeindruckenden Landschaft für mich zu den schönsten Zielen Mallorcas gehört: Sóller. Eingebettet zwischen den Bergen und umgeben von duftenden Orangen- und Zitronenhainen, ist Sóller ein Ort, der zum Entdecken, Genießen und Verweilen einlädt - das sind schließlich auch die Credos von VINOSENZ.
Schon die Anreise nach Sóller ist ein Erlebnis. Die kurvenreiche Strecke durch die Berglandschaft bietet spektakuläre Ausblicke auf Täler, Felsen und die typische mallorquinische Natur. Wohl dem der sich chauffieren lassen und somit die Fahrt zu 100% genießen kann. Bei unseren Touren fahren wir nur in kleine Gruppen von 4-8 Personen, ganz individuell machen wir kleine Stopps, wo es gerade am schönsten ist.
Der Tunnel von Palma nach Sóller ist ein spannendes Kapitel der mallorquinischen Verkehrsgeschichte - denn er hat eine jahrhundertealte Herausforderung gelöst: Die Stadt Sóller lag zwar nur wenige Kilometer von Palma entfernt, war aber durch die Serra de Tramuntana fast wie eine eigene Welt abgeschottet.
Der Sóller-Tunnel: Die schnelle Verbindung durch den Berg
Was gibts in Sóller zu sehen?
Wenn man mit dem historischen Zug aus Palma in Sóller ankommt, wirkt der Bahnhof fast wie ein kleines Zeitfenster in die Vergangenheit. Das Gebäude selbst passt perfekt zum Charakter der Stadt: traditionelle mallorquinische Architektur, dicke Steinmauern und ein eher schlichter, aber sehr stimmungsvoller Stil. Mein Tipp: Wenn Ihr mit dem historischen Zug aus Palma ankommt, nicht sofort Richtung Altstadt laufen, sondern ein paar Minuten im Bahnhof bleiben, er hält einige kleine Überraschungen bereit, die Mallorca Urlauber oft übersehen: man kommt eigentlich wegen der Eisenbahn - und entdeckt plötzlich Kunst.
Warum Kunst im Bahnhof?
Der heutige Straßentunnel von Sóller wurde erst am 19. Februar 1997 eröffnet. Er führt unter der Sierra de Alfàbia, einem Teil der Serra de Tramuntana, hindurch und verbindet Palma mit Sóller über die Straße Ma-11. Der Tunnel ist etwa 3.023 Meter lang und war bei seiner Eröffnung eines der bedeutendsten Verkehrsprojekte Mallorcas. Vor dem Tunnel musste man den berühmten Coll de Sóller überqueren - einen Gebirgspass mit vielen Kurven. Die alte Straße war landschaftlich wunderschön, aber langsam und besonders früher eine echte Herausforderung. Lastwagen, Kutschen und später Autos mussten sich über die enge Passstraße bewegen. Im Winter konnten Wetterbedingungen die Fahrt zusätzlich erschweren. Der Tunnel verkürzte die Fahrt von Palma nach Sóller deutlich. Was früher eine lange Bergfahrt war, wurde zu einer kurzen Verbindung durch den Berg.
Wie kam man früher nach Sóller?
Lange Zeit war Sóller tatsächlich ziemlich isoliert. Die Bewohner des fruchtbaren Tals lebten vom Anbau von Orangen, Oliven und anderen landwirtschaftlichen Produkten. Der Transport nach Palma war mühsam: Waren und Menschen mussten über alte Bergwege und später über die Passstraße gebracht werden. Besonders die berühmten Orangen aus Sóller waren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - aber der Weg zur Hauptstadt war beschwerlich.
Eine große Veränderung brachte dann die Eisenbahn. Im Jahr 1912 wurde der historische Tren de Sóller eröffnet, eine Schmalspurbahn, die Palma und Sóller miteinander verband. Die Strecke ist rund 27 Kilometer lang und wurde vor allem gebaut, um den Transport der landwirtschaftlichen Produkte zu erleichtern.
Der Zug war damals ein technisches Meisterwerk: Er musste die Berge überwinden, ohne eine große Straße durch die Serra de Tramuntana zu bauen. Dafür wurden zahlreiche Tunnel und Brücken errichtet. Einer der längsten Eisenbahntunnel der Strecke führt durch die Berge bei Sóller und ist fast drei Kilometer lang.
Noch heute gibt es die historische Zugverbindung, die Sóller mit Palma verbindet und seit über hundert Jahren Besucher durch die beeindruckende Landschaft führt. Wer beide Routen kennenlernen möchte hat bei unserem Ausflug Pama & Tren de Soller mit Minibus die Gelegenheit eine Strecke mit der Bahn und eine mit Joe im Minibus zu fahren.
Der Bahnhof von Sóller - Ankunft in einer anderen Zeit
Die Idee entstand im Zusammenhang mit der Fundació Tren de l'Art, einer Initiative, die Kunst und die historische Eisenbahn verbinden wollte. Die Stiftung wurde 2006 gegründet und entstand aus der Zusammenarbeit zwischen dem Eisenbahnunternehmen Ferrocarril de Sóller und der Kunststiftung Fundació Art Serra. Ziel war es, Sóller auch kulturell aufzuwerten.
Das passt perfekt zum Charakter des Soller Bahnhofs: Der Zug brachte früher Menschen und Waren aus dem abgeschiedenen Tal in die Welt - heute bringt der Bahnhof Kunst in die Stadt. Die Ausstellungsräume befinden sich in den alten Bahnhofsräumen und machen den Besuch zu einer Mischung aus Technikgeschichte, Architektur und Kultur. Wer moderne Kunst liebt, staunt nicht schlecht, wenn er durch die beiden Säle Sala Picasso und Sala Miró spaziert. Man braucht nicht lange dafür, es ist eher eine Einstimmung auf Soller und (zumindest als ich das letzte mal dort war) ein kostenloses Vergnügen. Die beiden Künstler lernten sich in Paris kennen. Trotz sehr unterschiedlicher Temperamente verband sie eine lebenslange Freundschaft und gegenseitige Bewunderung. Miró hatte eine sehr tiefe Beziehung zu Mallorca. Seine Mutter stammte aus Mallorca, seine Frau Pilar Juncosa war Mallorquinerin, und ab den 1950er Jahren verbrachte er immer mehr Zeit auf der Insel. Mallorca war für Miró nicht einfach Urlaub - es war ein Rückzugsort und eine Inspirationsquelle. Das Licht, die Farben, die Natur und die Einfachheit der Insel passten zu seiner Kunst.
Und Picasso? War er auch auf Mallorca?
Davon ist leider nichts überliefert. Picasso war jemand, der lieber in seinem Atelier arbeitete, als lange Reisen zu unternehmen. Aber sicher hätte er sich genau wie Miró in das kleine Städtchen Soller verliebt.
Der Bahnhof liegt nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt - ideal, weil man direkt vom Zug aus in die Gassen, zur Plaça Constitució und zu den Orangenhainen spazieren kann.
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